Blackmail

BLACKMAIL

 

Wenn Synchronsprecher sterben, stirbt auch ein Teil des Hauptdarstellers. Das weiß ein jeder Cineast. Austauschen lässt sich eine markige Charakterstimme nicht so leicht, ohne das Gesamtbild zu verwässern oder schlimmstenfalls die Fans zu verprellen. Wenn allerdings gleich einer der gefeierten Hauptdarsteller selbst wegbricht und fortan ein riesiges schwarzes Loch im Drehbuch klafft, kriegen auchgestandene Erfolgregisseuremitunter kalte Füße.

Was tun? Die Geschichte mit einem Heldentod beschließen und auf Legendenstatus hoffen? Mit zweitklassiger Besetzung leichte Trendkost und seelenlose Fortsetzungen verkaufen?

 

„Von wegen!“, sagt die hochgeschätzte Indierock-Institution BLACKMAIL und fordert mit seinem brandneuen Album kurzerhand:

 

„ANIMA NOW!“

Nach der Trennung von Sangesmann Aydo Abay melden sich die talentierten Koblenzer Anfang 2011nun komplett renoviert, aufgebohrt und stark wie nie zuvor zurück. Kurt und Carlos Ebelhäuser an Gitarre und Bass, Schlagzeuger Mario Matthias und die neue Stimme Mathias Reetz schreiben aber nicht einfach ein weiteres Kapitel in der Bandhistory, sondern schlagen kurzerhand ein neues BLACKMAIL Buch auf. Kleine Inhaltsangabe gefällig?

Neues GRANDIOSES Album. Neue tolle Stimme. Neu gefundene Frische. Neues eigenes Label.

Bittesehr! Lediglich die alten Songwriting-Stärken von Alben wie Tempo Tempo, Friend Or Foe oder Aerial View und das Ebelhäusersche Selbstbewußtsein sind gleich geblieben. Ein Glück – und doch kein Wunder eigentlich: Wer sämtliche Spielarten des Alternative Rock perfekt beherrscht und seit Jahren mit absoluter Ausnahmerelevanz von Fans geliebt, von Kritikern hochdekoriert und gelobt und von Bands als Referenz genannt wird, der darf mit seinem Können gerne angeben.

BLACKMAIL sind nicht nur der Deutschen Musiklandschaft immer mindestens zwei interessante Schritte vorausgewesen und überlassen seit dem 29. April 2011 mit den 13 Songs auf ANIMA NOW!, überbordend vielen fantastischen Ideen und einem lässigen Schulterzucken das Wellenreiten weiterhin den Langweilern – und das positiver denn je.