CLUESO

Es ist Spätsommer 2015, als Clueso von seiner Deutschland-Tour nach Hause kommt und spürt, es ist nichts mehr, wie es vor der Reise war. Er fühlt sich erschöpft und aufgewühlt zugleich. Wie ferngesteuert läuft er in den Proberaum und wirft die Reisetasche in die Ecke. Er nimmt seine Gitarre, spielt ein paar Akkorde und schreit das, was in ihm arbeitet, heraus.

Aus der Ansage wird ein Song, »Neuanfang« heißt er und ist der Titelsong des gleichnamigen Albums. Es ist bereits Cluesos siebtes Soloalbum. In den zehn Songs hinterfragt Clueso auf seine sensible, suchende Art sich selbst und die Gesetze der Musikszene, die ihn in den vergangenen Jahren so geprägt haben, wie er sie mitunter auch bestimmt hat – immer wieder darauf bedacht, seinen eigenen Weg zu gehen. So produzierte er seine Alben und Tourneen selbst und reiste zeitweise eigenfinanziert mit seinen Musikern und einer 70- köpfigen Crew, meist aus Freunden bestehend, durch Deutschland.

Sechs Soloalben, zwei EPs, drei Live-Alben, 25 Singles, fünf Mal Gold, zwei Mal Platin, über eine Million verkaufte Tonträger, Konzerte und Festivals mit bis zu 60.000 Besuchern beweisen die Treue und Zuneigung der Fans. Aber nicht nur sie können sich mit Clueso identifizieren. Auftritte mit Lindenberg, Grönemeyer, Niedecken und den Fantastischen Vier - man kommt nicht umher, die 15 Jahre seit Erscheinen von Cluesos erster Platte »Text & Ton« als ungemein erfolgreiche Zeit zu beschreiben.

»Neuanfang« beschreibt einen neuen Zeitabschnitt im Leben des Sängers. »Neuanfang« rumpelt, atmet und lebt an allen Ecken. Der Sound ist spontan und etwas schmutzig. Teilweise ist das Album auch eine Rückkehr zu Cluesos HipHop-Wurzeln. Soul hatte er schon immer. Das alles spürt man jetzt noch mehr: Gospel, Chor und Bläser - ein Album wie eine 7inch-Jukebox. 

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