FRIDA GOLD

Elektropop-Stars zeigen ehrliche Haut

ERST EIN PAAR EIGENE WORTE: „Vor lauter Angst, die Kontrolle zu verlieren, hab ich sie verloren. Hab auf Gold gesetzt, auf Perfektion geschworen. Jetzt zieh ich mich aus bis auf die Haut, ich will mich zeigen und den Dreck drunter auch“ (Burn The Boats).

FRIDA GOLD haben in den letzten Jahren so ziemlich alles erreicht, was als Elektropop-Act hierzulande möglich ist. Sie sind Gewinner zahlreicher Preise, wie etwa dem Radio Galaxy Award. Ihr vorletztes Werk „Liebe ist meine Rebellion“ führte unglaubliche 17 Wochen lang die deutschen Albumcharts an.

Eine Ausnahmekarriere, die Sängerin Alina Süggeler jedoch nicht die Bodenhaftung verlieren ließ – vielmehr ist das aktuelle Album „ALINA“ eine Rückkehr zu einem weltverbundeneren, verletzlicheren Ego.

In deutschen und englischsprachigen Songversionen spüren FRIDA GOLD den selbstkritischen und auf starke Weise Schwäche entblößenden Gefühlslagen menschlicher Existenz nach. Da ist es nur folgerichtig, dass die charismatische Frontfrau sich im Video zum Song „Langsam“ konsequent hüllenlos zeigt (was nun ja auch Jennifer Rostock tat). Nacktes Dasein und der teilweise Verzicht auf bisherige Fashion-Extravaganza lassen eine intensive Reduktion auf echte Emotionen zu, die der Popformation aus dem Raum Bonn heute ganz besondere Tiefe verleiht. Treibende Rhythmen, gepaart mit einem aufrichtigen, mutigen und unmittelbaren Gefühlsleben – das sind FRIDA GOLD heute – und das Ergebnis geht tief unter die Haut. 

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